Kunstradsport allgemein

Geschichte Kunstradsport

 

Die ersten Kunstradfahrer gab es bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu den Pionieren zählten dabei die Amerikaner Nikolas Edward-Kaufmann und John

Featherly, die als Radakrobaten auftraten und damit ihren Lebensunterhalt verdienten. Auch in Deutschland entstanden etwa zur gleichen Zeit die ersten Radvereine

Am 6. September 1884 sollen auf dem "ersten Congreß des Deutschen Radfahrerbundes" in Leipzig die ersten Kunstradwettkämpfe ausgetragen worden sein. Damals fuhr man allerdings noch auf einem Hochrad.

Den Aufzeichnungen zufolge fand 1895 die erste offizielle Europameisterschaft im Kunstradfahren statt. 1956 wurden die ersten UCI-Weltmeisterschaften im 1er Männer ausgetragen. Die Frauen folgten 1970, das Zweier-Kunstradfahren 1986. Das Vierer-Kunstradfahren ist erst seit 2005 offizielle Weltmeisterschaftsdisziplin.

Von den Zirkusnummern aus dem 19. Jahrhundert hat sich der Kunstradsport im Laufe der Zeit zu einer ernstzunehmenden Sportart mit festem Regelwerk entwickelt und international etabliert. Die· Hochburgen der Sportart sind in Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich und Tschechien zu finden. In den letzten Jahren hat aber insbesondere der ostasiatische Raum mit den Nationen Japan, China, Hongkong, Macao und Malaysia nachgezogen.

An den jährlich stattfindenden Weltmeisterschaften, die u. a. in Hongkong (1993), Madeira (1999) und Japan (2001) stattfanden, nehmen jeweils an die 20 verschiedenen Nationen aus der ganzen Welt teil.

In der DDR war von 1946 bis 1957 die Sektion Radsport des Deutschen Sportausschusses und ab dann der Deutscher Radsportverband der DDR (DRSV) für die Radsportarten zuständig. Am 7. Dezember 1990 erfolgte die Vereinigung der beiden Verbände zum Bund Deutscher Radfahrer

 

 

 

Gründung des „Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität“

 

Der Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität RKB wurde 1896 als „Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität“ in Chemnitz gegründet. Mit dem Namen Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität dokumentierte der Verein die Zugehörigkeit zur Arbeiterbewegung.

Die Bundesgeschäftsstelle war zunächst inChemnitz angesiedelt, 1907 verlegte der Verein seinen Hauptsitz nach Offenbach am Main. In derWeimarer Republik war der ARB mit mehreren hunderttausend Mitgliedern der größte Radsportverband der Welt. Der Name Solidarität sollte bereits ausdrücken, dass sich dieser Bund als Teil der Arbeiterbewegung verstand und versteht. Neben den sportlichen Aktivitäten des Bundes sollten stets auch das „Miteinander und Füreinander einstehen“ Basis des Vereinslebens sein.

Die Industrialisierung gegen Ende der Kaiserzeit und die zeitgleich stattfindende Organisation der Arbeiterschaft in Arbeitervereinen führte vor dem ersten Weltkrieg zu einem ersten Höhepunkt in den Mitgliederzahlen. Die durch den Krieg bedingten Einbrüche im Mitgliederbestand und das faktische Ende des Vereinslebens wurden schnell überwunden. In der Weimarer Republik entfaltete sich die „Solidarität“ zu ihrer größten Blüte.

1912 gründete der Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität in Offenbach die genossenschaftlich organisierte Fahradfabrik Frischauf.

Die Frischauf-Fahrradfabrik war ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen. Anfangs wurden mit ca. 200 Mitarbeitern Fahrräder produziert, später mit über 1000 Mitarbeitern auch Fahrradzubehör, Nähmaschinen und Motorräder. Anfang 1933 wurde die Genossenschaft von den Nationalsozialisten enteignet und die Fabrik in Mayweg-Werke umbenannt.

Der Weltverband Union Cycliste Internationale (UCI), wurde am 14. April 1900 in Paris gegründet. Der Sitz der UCI befindet sich in Aigle (Schweiz).

Die Schweizer Verbände: Schweizerischer Radfahrer-Bund (SRB), Fédération Cycliste Suisse (FCS), Federazione Ciclistica Svizzera (FCS), Federaziun Svizra da Ciclists (FSC), Swiss Cycling Federation (SCF) haben sich unter dem Namen Swiss Cycling zusammengeschlossen. Als Gründungsjahr wird in der Satzung 1883 angegeben. Mitveranstalter der Kunstradwettbewerbe ist auch der zum Arbeitersport gehörende Sportverband ATB Verband für Sport. Verkehr und Freizeit, der 1916 als Zusammenschluss von Schweizer Sektionen des «Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität» gegründet wurde.

In Österreich gehört der Kunstradsport zum Auto-, Motor- und Radfahrenbund Östereichs ARBÖ. Er wurde am 30. April 1899 als Verband der Arbeiter-Radfahrer-Vereine Österreichs in Wien gegründet und hat sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer Serviceorganisation für Mitglieder weiterentwickelt.

Kunstradfahren ist keine olympische Sportart, war aber 1989 in Karlsruhe einmal im Programm der World Games vertreten.

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